Rainer Kriester

Über ihn:

Rainer Kriester, geboren 1935 in Plauen, in der damaligen DDR, studierte auf Wunsch seiner Eltern in Leipzig Medizin und wurde wegen staatsfeindlicher Äußerungen für ein Jahr inhaftiert. Nach seiner Freilassung floh er nach Westberlin und begann an der Hochschule der Künste ein Kunststudium und wurde Bildhauer. Durch ein DAAD Stipendium lernte er Italien kennen, verliebte sich in das Land und baute ein Atelier in Castellario, direkt neben den großen Kalksteinbrüchen. Er lebte und arbeitete mit seiner Frau halbjährig in Berlin und in Italien, wo er 2002 starb und neben 35 seiner monumentalen Skulpturen begraben wurde.

Über seine Werke:

In seinen Skulpturen verarbeitete Rainer Kriester seine schrecklichen Erlebnisse. Es entstanden deformierte Häupter, geschundene Köpfe ohne Augen, die von Nägeln durchbohrt, von Stricken verschnürt, mit Gürteln geknebelt oder Helme übergestülpt hatten. Symbole für Tortur Leiden und Ohnmacht, Mit diesen „Nagelköpfen“, die die Situation – nicht nur in der DDR beschrieben, wurde er international berühmt. Köpfe blieben eines seiner großen Themen lebenslang. In den 80er Jahren in seinem Atelier in Italien, entschied er sich für abstraktere Lösungen, die Skulpturen wurden offener, glatter. Auf Steinen und Bronzen tauchten nun Lineaturen auf, die an Sonnen, Augen und Tätowierungen vergangener Kulturen erinnern: Kopfzeichen, Stelen, Tore – Kult und Götterbildern gleich – entstanden.

Kurzprofil:

Rainer Kriester ist einer der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Seine „Nagelköpfe“ und monumentalen Steinfiguren stehen noch heute an markanten Plätzen in Goslar, Osnabrück, Neckarsulm, Hannover und Berlin.
Kurz vor seinem Tod war es ihm vergönnt, seine Kalkstein-Skulptur „Großes weißes Kopfzeichen“ im Entree des Kanzleramtes in Berlin aufzustellen.
Die Kunstagentur Karin Melchior verfügt über eine große Auswahl seiner Skulpturen.